Timor Leste
Die zwei Wochen bei Andrea sind wie im Flug vergangen und es kam mir gleichzeitig so viel laenger vor, als ob ich Monate dort gewesen waere...
Es gibt viel zu erzaehlen und ich habe die ganzen Eindruecke selbst noch nicht so ganz verdaut.
Andrea hat mich also vom Flughafen abgeholt und von dort ging es gleich zu Esperanca.
Angefangen hat das Projekt mit ca. 30 Kindern, mitlerweile kommen ueber 300 Kids zwischen 2 und 17 Jahren im Laufe einer Woche zu Esperanca, das ist echt toll!
Hier
Man muss sich das so vorstellen, dass die aeusseren Bedingungen fuer die Timoresen sehr schlecht sind. Z.B. besteht die oertliche Grundschule aus ein paar Baenken und Stuehlen und das wars, keine Schulmaterialien, keine Buecher, keine Hefte, kein Lehrplan, kaum Lehrer.
Jeder vorhandene Lehrer unterrichtet eben so, wie es ihm oder ihr in den Sinn kommt.
Nach bestem Wissen und Gewissen halt.
Esperanca ist eine echt tolle und wichtige Arbeit, die die timoresischen Kinder und auch die Eltern sehr lieben.
Eine Familie in Timor hat im Schnitt so um die 10 Kinder und die Bedingungen, unter denen sie leben sind nicht gerade toll.
Aufgrund der Geschichte Timors gibt es viele Gruppen, meistens nach Distrikten aufgeteilt, die sich gegenseitig bekaempfen. D.h. viele Haeuser wurden und werden immer noch abgebrannt, ganze Stadtteile sind zerstoert und viele Menschen leben in Fluechtlingslagern.
Letztes Jahr waren die Kaempfe und Angriffe so schlimm, dass alles Auslaender das Land verlassen mussten, ein brasilianischer Missionar kam dabei ums Leben.
Dieses Jahr waren die Wahlen zu einem neuen Parlament. Als ich kam, stand die Wahl zum Premierminister an und Ergebnisse waren noch nicht bekannt gegeben.
Als sie veroeffentlicht wurden, war eine Gruppe ueber den Ausgang so wuetend, dass es zu Ausschreitungen kam. Leider ging es auch gegen Auslaender. UN- Autos wurden demoliert und mit Steinen beschmissen etc. Wir konnten zwei Tage nicht aus dem Haus. Das ist vielleicht ein Gefuehl, sich nicht frei bewegen zu koennen und im eigenen Haus eingesperrt zu sein! Ein Umstand ueber den man ja sonst ueberhaupt nicht nachdenkt...
Die meisten Timoresen sind die Angst und die Zerstoerung leid. Sie wollen einfach nur in Frieden leben und dass es mit Timor aufwaerst geht. Sie hoffen auf die UN und die portugiesische und australische Armee, die im Land sind und den Frieden bewahren (sollen).
An das Militaer ueberall muss man sich auch erst einmal gewoehnen und an die vielen Hubschrauber, die vor allem nachts viel ueber Dili fliegen.
Timor an sich ist ein sehr schoenes Land und mir hat es echt gut gefallen. Die Zeit mit Andrea war toll und ich habe mich sehr gefreut sie wiederzusehen und ein Stueck an ihrem Leben teilhaben zu duerfen.
Sie wird ab Ende August fuer ein halbes Jahr in Deutschland sein.
Hier noch ein paar Eindruecke...
Die Timoresen bauen kleine Haeuser fuer die Toten, damit die Seele nicht nass wird.


2 Comments:
Hallo Sara,
nun haben wir zwei unsere Hochzeit hinter uns und sind wieder online.
Hoffe, dass es Dir gut geht und melde Dich einfach mal.
Matthias
Ich war hier ; )
Markus
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